Künstlerisches Statement

 

Mein großes Interesse für Geschichte inspiriert mich Situationen und Orte wieder aufleben zu lassen. Für diese Rekonstruktion arbeite ich nach den Methoden der Archäologie mit historischem Bildmaterial sowie mit Texten und Überlieferungen, die in meiner künstlerischen Arbeit teilweise mit romantischem Idyll und stereotypen Vorstellungen ausgeschmückt werden.

Im Zentrum meines Schaffens steht die Malerei. Das, was ich in meinen Bildern zu vermitteln versuche, umfasst sowohl den sichtbaren als auch den unsichtbaren Teil der Welt. Unterschiedliche Motive und Motivteile werden wie Mosaiksteine zu einer neuen Realität zusammengesetzt, die klischeehaftes Denken oder eine kollektive Vorstellung repräsentieren.

Das Themenspektrum ist breitgefächert – von politischen Boulevard Berichten wie in der Arbeit „Monicas Besuch“[1] (Lewinsky) bis zu den Interieurs bedeutender Persönlichkeiten wie in „Sir Arthur Evans Haus“[2] – und findet in der malerischen Übertragung von selbst zusammengesetzten Collagen auf die Leinwand Ausdruck. Mein persönliches Erleben fließt in der Wahl des Bildmaterials mit ein.

In einem von Stress geplagten Alltag und einer immer dynamischer werdenden Gesellschaft, in deren Zentrum der Fortschritt und die Technik steht, sehnt man sich zunehmend nach einem Gegenbild, nach Orten, an denen die Zeit still zu stehen scheint. Meine Ölbilder stellen ein Ideal und eine Idylle dar, in der sich der Wunsch nach Einfachheit und Problemlosigkeit widerspiegelt. Die Arbeiten entsprechen einem Konstrukt, das in natürlicher Form gar nicht existiert. Es geht nicht nur darum Orte wieder aufleben zu lassen und in einer neuen Form darzustellen, sondern idealisierte Vorstellungen, die von unserem Umfeld hervorgerufen werden, zu hinterfragen.

 

 

[1] Monicas Besuch, 2013, Öl auf Leinwand, 180 x 150 cm

[2] Sir Arthur Evans, 2014, Öl auf Leinwand, 165 x 200 cm

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